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Druck und Zwang? oder Positive Motivation?

 

Schon Heinz Rühmann sagte, dass man auch ohne Hund leben könne, es sich aber nicht lohne. Und ja, ich finde er hat recht. Es ist toll einen Hund an der Seite zu haben, einen echten Freund. Ein Freund der uns bedingungslos zur Seite steht. Doch wie sieht es denn mit uns Menschen als Freund in dieser Beziehung aus. Sind wir immer diejenigen die bedingungslos zur Seite stehen? Der Freund / die Freundin sein können die unser Hund verdient? Ich weiß es nicht. Denn was ich seit Jahren beobachte ist, dass es Situationen gibt in denen wir als Mensch relativ gewaltbereit sind. Wir wollen das nötige tun, damit aus unserem Hund ein ordentlicher Begleiter und ein Mitglied unserer Gesellschaft wird. Einer von dem man nur dann in der Zeitung lesen sollte, wenn es z.B. heißt: "Neufundländer Dame Amy, rettete 6 jähriges Mädchen vorm Ertrinken". Ich persönlich glaube, dass es die Negativnachrichten über Beißvorfälle sind, die uns oft dahinführen mit Druck und Zwang einzuwirken, statt mit positiven Verstärkern. Und offensichtlich scheint positive Motivation auch verpönt zu sein. Viele Menschen glauben dass der Weg über positive Motivation zu lange dauert, der Hund bestochen wird und man nur Futterautomat spielen würde, sanfte Hundeerziehung ein Irrglaube ist, der Hund einem dann quasi auf der Nase herumtanzen würde und noch so einiges mehr.

 

Schauen wir uns doch nun beides einfach mal genauer an. Ich beginne mit Druck und Zwang, auch als Meidemotivation bekannt. Hier wirken wir immer dann mit einem Strafreiz ein, wenn der Hund ein Verhalten zeigt was wir nicht wollen. Er bekommt zum Beispiel beim Spaziergang an der Leine einen Leinenruck wenn er zieht. Das Problem hierbei ist, dass zum einen unsere Aufmerksamkeit immer darauf gerichtet ist was er nicht tun soll und er zum anderen gar nicht weiß was er stattdessen tun darf. Wenn Du als Mensch nun so ein Seelchen als Hund hast, der sofort in die Deckung geht, also es gar nicht mehr dazu kommt dass er einen Leinenruck bekommt, dann hast Du ja erstmal Dein Ziel erreicht, denn um bei unserem Beispiel zu bleiben: Er zieht nicht mehr um den unangenehmen Druck zu entgehen. Bei einem anderen Hund kann es sein, dass er vielleicht für einen Moment nicht zieht um dem Druck zu entgehen, dann aber trotzdem wieder ins ziehen gerät, weil Du ihm ja nicht beigebracht hast was er nun wirklich tun soll. Und so bleibt der Leinenruck eventuell Dein Begleiter und natürlich auch der unliebsame Begleiter Deines Hundes, oder Du musst nun die Intensität Deiner Einwirkung erhöhen. So wird also immer heftiger geruckt. Wenn Dein Hund nun ein Halsband trägt, kommt dann auch noch zu seiner Unsicherheit, was will mein Mensch von mir dazu, dass jeder Ruck Auswirkungen auf seinen Kehlkopf und seinen Bewegungsapparat haben kann. Auch ein Hund kann Kopfschmerzen, Rückenschmerzen usw. bekommen. Dein Freund, der Dich bedingungslos liebt, wird es Dir vielleicht nicht nachtragen, aber er könnte Dich für unberechenbar halten. Er könnte gesundheitliche Probleme bekommen und was auch noch dazu kommt, er könnte Fehlverknüpfungen in bestimmten Situationen herstellen. Bleiben wir mal bei unserem Leinenbeispiel. Du gehst mit Deinem Hund spazieren an einem handelsüblichen Halsband und an einer Leine Deiner Wahl. Dein Hund zieht und Du ruckst an der Leine, Dein Hund erfährt nun einen unangenehmen vielleicht sogar sehr schmerzhaften Reiz und genau in dem Moment sieht er einen Hund. Gegebenenfalls lernt er nun in dieser Situation: "Anderer Hund = Schmerz" und so kann es, insbesondere wenn das öfter passiert zu einer Leinenaggression kommen. Wir müssen uns also auch die Frage stellen, was der Hund eigentlich lernt wenn wir mit Meidemotivation unseren Hund erziehen. Es ist durchaus möglich dass Dein Hund Dich als äußerst aggressiv oder unberechenbar einstuft oder er bei einigen Erziehungssituationen etwas lernt, was Du gar nicht möchtest. Also wenn Du Deinen Hund über Meidemotivation erziehen möchtest, dann solltest Du Dir auch all dessen bewusst sein. Wenn das dann etwas ist womit Du gehen kannst, dann weißt Du ja immer noch dass Dein Hund wahrscheinlich und hoffentlich Dich immer noch bedingungslos lieben wird.

 

Nun kommen wir zur positiven Motivation. Kurz gesagt wird unser Hund dafür belohnt dass er so macht, wie wir es von ihm erwarten. Er also weiß, okay ich bin auf dem richtigen Weg. Das kann durch eine liebevolle ruhige Stimme sein, die Bestätigung durch Futter, Spiel oder streicheln. Wichtig hierbei ist einfach dass er immer das bekommt was er sich in dem Moment wünscht. Als aufmerksamer Leser / als aufmerksame Leserin hast Du sicher schon bemerkt worin sich beide Methoden unterscheiden. Genau. Hier geht unsere Aufmerksamkeit auf das was wir uns von unserem Hund wünschen. Hey, ich sage hier nicht, dass Du niemals mit Deinem Hund schimpfen solltest. Wenn er Mist baut, dann zeige ihm mit tiefer und lauter Stimme dass das nicht okay ist und wenn er dann wieder das tut was er soll, dann ist es auch schon vergeben und vergessen. Aber wäre es nicht schön nur ab und zu mal ein Brüllschwein rauszulassen, anstatt ständig nur rumzubrüllen oder Strafreize einzusetzen? Tja, aber wir haben ja noch den Glaubenssatz dass positive Motivation ja viel länger dauert. Hmm, ja es ist natürlich Zeitintensiver Deinem Hund tatsächlich Verhalten anzutrainieren, ihm also auch die Gelegenheit zu geben Kommandos von vorne bis hinten zu verstehen und lernen dass er überhaupt gar nichts mehr falsch machen kann. Und wenn er nichts mehr falsch machen kann, dann brauchst Du ihn auch nicht schimpfen. Und ich für meinen Teil empfinde es so, dass wir unserem Hund so auch bedingungslose Liebe schenken. Weil wir ihn ernst nehmen in seinem Hund sein und ihm zeigen was wir von ihm in unserer Menschenwelt erwarten. Es hat nix mit anti autoritärer Erziehung zu tun. Aus meiner Sicht hat es was mit Freundschaft und Fairnis zu tun. Na klar, wir möchten alle dass unsere Hunde nicht negativ auffallen, aber ich kann Dir aus meiner Erfahrung sagen. Ein Hund der mit positiver Motivation und einem ganzheitlichen Ansatz erzogen wird, folgt Dir voller Freude. Er wird sich nicht schon vorher ducken weil er nicht weiss was ihn erwartet, denn Du hast ihm ganz genau aufgezeigt was Du Dir von ihm in allen Situationen des Lebens wünschst. Also kann ich nur empfehlen, nimm Dir die Zeit denn der Weg wird sich lohnen.

 

Ich kenne beide Wege und ich habe mich ganz bewusst für einen pädagogischen ganzheitlichen Ansatz entschieden. Vor allem auch deswegen, weil eine Beziehung (wenn auch zu einer anderen Art) aus meiner Sicht nicht geprägt sein sollte von physischen oder psychischen Druck. Eine Beziehung sollte keine Einbahnstraße sein indem einer dem anderen ständig sagt dass er gerade nicht so sein soll wie er ist, ohne dass man ihn leitet und Wege aufzeigt. Ich denke der Hund an Eurer Seite hat es verdient mit Spass, Freude und positiver Motivation gemeinsam mit Euch zu lernen und zu wachsen um entspannt mit Euch leben zu können.

 

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